Dieses Projekt des Vereins Refugee Midwifery Service Austria ermöglicht schutzsuchenden Frauen in Tirol und ihren Familien eine qualitätsvolle, muttersprachliche und kultursensible Begleitung.

Wir bieten schwangeren Frauen und jungen Müttern mit Flucht- oder Migrationserfahrung Orientierung und Unterstützung im neuen Alltag. Die Familienbegleitung ist kostenlos und richtet sich an Frauen ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Wir begleiten sie über ein Jahr mit dem Ziel, dass sie am Ende des Begleitungsjahres selbstständiger dastehen als davor und besser ausgestattet sind für die Herausforderungen, die der Start in einem neuen Land mit sich bringen kann.

Dabei liegt unser Fokus als feministisch orientierter Verein auf Empowerment und die Selbstermächtigung der Frauen. Die meisten unserer Klientinnen befinden sich ohne ausreichendes Unterstützungsnetzwerk in einer mehrfach belastenden Lebenssituation: sie müssen nach der Flucht vom Krieg in einem fremden Land zurechtkommen und sich an die neuen Strukturen anpassen; sie werden in dieser Zeit schwanger oder haben bereits Kinder, was an sich schon überfordernd sein kann; viele leiden selber unter den Folgen von Traumatisierungen oder haben Partner, die darunter leiden; viele erleben Einsamkeit und soziale Isolation – und all das müssen sie angesichts einer großen sprachlichen Barriere bewältigen.

Peer-to-peer Ansatz: unsere kompetenten Familienbegleiterinnen sprechen die gleichen Sprachen wie die betreuten Familien und kommen großteils aus dem gleichen Kulturkreis. Durch ihre eigenen Erfahrungen mit dem Ankommen in Österreich können sie in der besonders sensiblen Lebensphase der jungen Mutterschaft praxisnahe Hilfe leisten – immer mit dem Ziel, durch Vertrauen die Frauen zu stärken und den Zugang zu wichtigen Angeboten zu erleichtern.

Wie schaut unser Angebot genau aus? Die Begleitung findet statt in Form von 1.) Begleitungen zu Behörden, ÄrztInnen, Beratungsstellen, Schulen usw., bei den nicht nur sprachlich gedolmetscht wird sondern auch kulturelle Unterschiede „übersetzt“ werden und 2.) Hausbesuchen, bei den mit der Familie persönlicher gearbeitet wird. Hier werden Themen rund um Integration, Erziehung und Entwicklung der Kinder, Beziehung und Gleichberechtigung, psychische Gesundheit u.v.m. bearbeitet. Psychoedukation und Aufklärung über alle Formen von Gewalt spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn Gewalt im Spiel ist, werden die Frauen bei allen nötigen Schritten in Richtung Sicherheit und Selbstständigkeit begleitet und gestärkt.

Sowohl das Wohl der Frau als auch das der Kinder stehen dabei selbstverständlich im Mittelpunkt. Uns ist bewusst, dass die Generation dieser Kinder die Basis unserer zukünftigen Gesellschaft bildet. Durch die Begleitung wollen wir sie als Individuen in ihren Fähigkeiten und Interessen fördern, unter Rücksicht ihrer besonderen Bedürfnisse angesichts der meist traumatisierenden Erfahrung von Krieg und Flucht.

Die Aufgabe der Familienbegleiterinnen ist es, den Überblick zu behalten über die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele der Klientinnen und darüber, welche Schritte für das Erreichen dieser Ziele nötig sind. Was diese Ziele sind, bleibt aber im Sinne der Selbstermächtigung der Klientin überlassen. Wir wollen sie bestärken, eigene Zukunftsperspektiven zu kreieren und den Mut zu haben, vorgegebene Rollen und Dynamiken kritisch zu hinterfragen.

Mehr Info unter www.rmsa.help