Gemeinsam Krise bewältigen
von Cyprian (Christina) N.
Insieme Beratung ist eine psychologische Beratungsstelle für Menschen in Krisensituationen, die seit fast 30 Jahren auch frauenspezifische Beratungen anbietet.
Das mit Hilfe der Tiroler Versicherung 2021 gestartete Projekt läuft weiter und dafür sind wir sehr dankbar. Aufgrund unten angeführter neuer Verhältnisse sind zusätzliche Ressourcen notwendig.
Wir bieten Frauen und Mädchen ab 16 J. eine unkomplizierte Anlaufstelle, in der sie sich mit ihren Problemen ernst genommen fühlen, eine psychologische Abklärung durch unsere erfahrenen BeraterInnen (ausschließlich Psychotherapeutinnen und Psychologinnen) erhalten und in weiterer Folge in ihren Anliegen unterstützt werden.
Die meisten unserer Klientinnen sind sehr stark belastet. Sie sind in akuten Krisen und können nicht lange auf einen krankenkassenfinanzierten Psychotherapieplatz (früher: Modellplatz) warten. Bei den Themen bzw. Symptomen geht es häufig um Ängste, depressive Phasen, Überforderung, mangelndes Selbstvertrauen, Sinnkrisen, Orientierungslosigkeit, innere Leere, immer wieder kehrende Konflikte, psychosomatische Erkrankungen, Schwierigkeiten mit Sexualität, Essstörungen,
Gewalt und Missbrauch, Traumatisierungen, Suizidgedanken, schwierige Beziehungserfahrungen, einschneidende Lebensveränderungen wie Fragen des Erwachsenwerdens, Probleme mit Schwangerschaft und nach Schwangerschaftsabbrüchen, Kindererziehung, Trennungen und
Scheidungen und Belastungen durch Alleinerziehung, Beschwerden in den Wechseljahren, Arbeitslosigkeit, Trauer, Verlust u.v.m.
Unsere Beraterinnen sorgen für eine stabilisierende Begleitung so lange wie notwendig und kümmern sich je nach Bedarf und Wunsch der Klientin um eine Weiterbehandlung wie z.B. einen finanzierbaren Psychotherapieplatz. Seit Einführung der sogenannten Sachleistung haben sich die Wartezeiten auf diese Therapieplätze zusätzlich erheblich erhöht. Unserer Erfahrung nach warten Klientinnen mehrere Monate bis zur Zuerkennung eines kassenfinanzierten Therapieplatzes. Dies ist in der Praxis ein untragbarer Zustand und wir bemühen uns, diese Wartezeiten in sehr dringenden Fällen in Form einer Kurzzeittherapie zu überbrücken. Für diese Notlösung sind wir finanziell nicht gerüstet. Umso mehr braucht es unsererseits Kapazitäten, um diesen Missstand aufzufangen.
Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Beratungen sehr stark anwachsen lassen. Nun ist aber zunehmend die finanzielle Knappheit ersichtlich und die Frauen, die zu uns kommen, können sich eine selbstfinanzierte psychotherapeutische Behandlung definitiv nicht leisten. Unsere Beraterinnen geraten hier immer wieder in die Bredouille und unser Verein Insieme ist auf Spenden und caritative Projekte, wie „FrauTIROLER“ angewiesen. So gesehen war und ist das Fördergeld der Tiroler Versicherung sehr gut investiert und im Sinne einer Weiterführung nachhaltig und sehr wichtig.


