Feminism Loaded Schulworkshops zu Geschlechterbildern im digitalen Zeitalter
von Christine B.
In den letzten Jahrzehnten hat sich viel bewegt: Frauen sind heute in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft selbstverständlich vertreten – auch wenn es noch immer zu wenige in Führungspositionen sind. Der Gender Pay Gap schließt sich langsam, alte Rollenbilder bröckeln, und Gewalt gegen Frauen und Kinder wird endlich ernst genommen – zumindest auf dem Papier.
Doch während die Gesellschaft scheinbar Fortschritte macht, erleben wir gleichzeitig einen gefährlichen Backlash. In sozialen Medien, vor allem auf TikTok, verbreiten Influencer wieder altbekannte Mythen: Frauen sollen schön sein, gehorchen und kochen. Gewalt wird verharmlost, Männlichkeitsideale werden toxisch aufgeladen.
Die sogenannte Manosphere zieht Jugendliche in ihren Bann – und Studien zeigen: Burschen werden dadurch immer konservativer. Auch für Mädchen wird das Rollenbild enger, wenn der Trad Wives-Trend alte Abhängigkeiten als modernes Lifestyle-Phänomen verkauft.
Genau hier setzen wir an. Unsere Workshops machen sichtbar, was hinter diesen Entwicklungen steckt – einfach, verständlich und mit klaren Fakten, wissenschaftlichem Wissen und jeder Menge Diskussionsfreude.
Was ist die Manosphere? Was bedeutet Sigma Male oder Incel?
Warum ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein so großes gesellschaftliches Problem – und was hat das mit dem „Bären im Wald“ zu tun?
Weshalb verdienen Frauen immer noch weniger als Männer, und welche Rolle spielen Geschlechterbilder dabei?
Und vor allem: Was können wir dagegen tun?
Anhand der Ausstellung „Feminism loaded“ tauchen wir gemeinsam in aktuelle Debatten ein, hinterfragen Geschlechterrollen – und suchen Wege, wie wir sie verändern können.
Denn Gleichberechtigung ist keine abgeschlossene Geschichte. Sie ist ein Prozess – und wir alle sind Teil davon.
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Der Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft – AEP ist der älteste feministische Verein in Tirol. Er kann auf mittlerweile 51 Jahre Erfahrung in feministischer Bildungs- und Beratungstätigkeit zurückblicken.
Konzeptionell orientieren wir uns in der Bildungsarbeit an der kritischen Auseinandersetzung mit Geschlechterkonstruktionen und deren struktureller Verankerung z.B. in Form von Einkommensdiskriminierung, ungerechter Verteilung von Sorgearbeit oder Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Bildungs- und Kulturarbeit des AEP findet regulärerweise in den Räumlichkeiten der Öffentlichen AEP-Frauenbibliothek in Innsbruck statt. Wir organisieren u.a. Lesungen mit Schriftstellerinnen, Buchpräsentationen, Vorträge, Workshops, Schreibwerkstätten und Diskussionsabende zu aktuellen, frauenspezifisch und gesellschaftspolitisch relevanten Themen.
Mit Sonderförderungen konnten wir in den letzten Jahren unsere Bildungs- und Kulturarbeit auf die Tiroler Bezirke ausweiten und für unterschiedliche Zielgruppen feministische Basisbildungsangebote erarbeiten.
Wir bekommen regelmäßig Anfragen von Schulen, dass wir die Workshops doch wiederholen sollten, doch aktuell steht uns keine Finanzierung dafür zur Verfügung.
Unsere Ziele:
Mit diesem Antrag planen wir für das Jahr 2026 10 Schulworkshops schwerpunktmäßig in den Tiroler Bezirken außerhalb von Innsbruck.
Die Angebote richten sich zum einen an die Zielgruppe der Jugendlichen, zum anderen an Multiplikator*innen (Lehrer*innen). In die Workshopangebote integriert wird die Wanderausstellung Feminism Loaded, die auch vor Ort zu sehen sein wird.
Jugendliche sollen durch unsere Workshops den Gender Pay Gap verstehen, Gewalt an Mädchen und Frauen erkennen und traditionelle Rollenbilder hinterfragen.
Feminism Loaded – eine Wanderausstellung
Geschichte und Aktualität von Frauenbewegungen und Feminismus sind zentral für die Demokratisierung der Gesellschaft. Sie sind jedoch bis heute nicht im kollektiven Gedächtnis verankert – weder in Schulbüchern noch in der medialen Öffentlichkeit. Frauen kommen in den Schulgeschichtsbüchern fast nicht vor.
Vor diesem Hintergrund stellt die Wanderausstellung feminism loaded zentrale Themen wie Gewalt gegen Frauen, Einkommensdiskriminierung, Pflege und Sorgearbeit, die Unterscheidung Sex-Gender oder geschlechtsspezifische Rollenbilder zur Diskussion und vermittelt Denkanstöße.
Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und richtet sich dezidiert an ein (junges) Publikum ab 14 Jahren, das in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit noch nicht sensibilisiert ist. Ziel ist nicht Geschichtsvermittlung oder Belehrung, sondern die Schaffung von Räumen der politisch-persönlichen Auseinandersetzung mit künstlerisch-kulturellen Mitteln, verortet im Kontinuum von Vergangenheit und Gegenwart.
Darüber hinaus vermittelt die Ausstellung auch einen Einblick in die Geschichte und Aktualität von Frauenbewegungen und Feminismus. Die unterschiedlichen Aktivitäten von Frauen für Gleichstellung, gegen Diskriminierung und Gewalt machen sichtbar, wieviele Errungenschaften schon erreicht werden konnten, aber auch wieviele unerledigte Anliegen nach wie vor offen sind.
Jedes Roll-Up ist doppelseitig bedruckt und vermittelt theoretische und/oder praxisorientierte Aspekte, die auch Verschränkungen aufweisen.
Die eine Seite des Roll-Ups orientiert sich am Medium Sprache und gibt Denkanstöße aus feministischer Wissenschaft und frauenbewegten Debatten.
Die andere Seite des Roll-Ups orientiert sich am Medium Bild und beschäftigt sich unter dem Motto „Activity“ mit dem Aktivismus in frauenbewegten Kontexten, passend zum jeweiligen Thema.
Medium Tasche
Die Wanderausstellung enthält auch eine überdimensionierte Tasche mit Informationsbroschüren von (Tiroler) Frauenberatungseinrichtungen.
Weitere Infos: https://aep.at/feminism-loaded-wanderausstellung/
Hier kann man sich alle Roll-Ups anschauen: https://aep.at/die-ausstellung/





